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Kommunikation · 29. August 2026

Wie der Mensch sein Pferd mit seiner Energie beeinflusst

Pferde haben ein extrem gut entwickeltes limbisches System, das Zentrum für Emotionen und die Erkennung von Bedrohungen. Zudem verfügen sie über einen weiten Blickwinkel, eine hohe Empfindlichkeit für Bewegung sowie eine Empfindlichkeit für Vibrationen, Rhythmus und Tonlage der Stimme. Aus diesem Grund erfassen sie unseren Zustand oft, noch bevor wir uns dessen bewusst werden.

Wenn wir ruhig, konzentriert und in unseren Signalen konsequent sind, interpretiert das Pferd dies als Sicherheit. Es entspannt sich, seine Aufmerksamkeit steigt, und es ist eher bereit zur Zusammenarbeit. Wenn wir frustriert, angespannt, unsicher oder emotional zerstreut sind, registriert das Pferd die Inkongruenz und reagiert mit Anspannung, Vermeidung, Widerstand oder Zerstreutheit.

Ein Pferd wünscht sich einen klaren und vorhersehbaren Partner. Das hat nichts mit Dominanz zu tun, sondern mit einem instinktiven Bedürfnis nach Sicherheit. Eine stabile, aufrechte, aber weiche Haltung interpretiert das Pferd als Führung. Anspannung in den Schultern oder Zuckungen werden als Unsicherheit oder Konflikt gelesen. Unkoordinierte Bewegungen verwirren es und reduzieren die Zusammenarbeit.

Deshalb sage ich im Training gerne, dass die Arbeit mit dem Pferd immer einen Schritt vor dem Pferd selbst beginnt. Bevor du die Box oder die Arena betrittst, überprüfe, wo du stehst. Das Pferd wird auf diesen Zustand reagieren, nicht auf deinen Plan.

Von Tomislav Marčenić, Pferdetrainer und Reitlehrer aus Pojatno bei Zagreb.