Von der Ranch · 23. September 2026
Pferdepflege durch die Jahreszeiten
Im Frühling wechselt das Fell und das Pferd verbraucht dafür Energie. Tägliches Putzen beschleunigt den Fellwechsel und hilft der Haut. Der Weidegang muss langsam aufgebaut werden — gerade im Frühling treten Koliken und Hufrehe durch die plötzliche Aufnahme von jungem Gras am häufigsten auf.
Der Sommer bringt Fliegen, Hitze und trockenen harten Boden. Verlege die Arbeit auf Morgen und Abend, sorge für Schatten und ständigen Zugang zu Wasser. Hufe trocknen im Sommer aus und brechen — regelmäßiges Ausschneiden und bei Bedarf Huffett schützen das Horn. Kontrolliere Augen und helle Nüsternhaut wegen Sonne und Insekten.
Im Herbst sinkt die Weidequalität und das Pferd bereitet sich auf den Winter vor. Jetzt ist die richtige Zeit für Tierarztkontrolle, Impfung, Zahnbehandlung und eine Beurteilung des Ernährungszustands. Ein Pferd, das zu dünn in den Herbst geht, zehrt den ganzen Winter von Reserven.
Im Winter zählen vor allem Heu, trockene Einstreu und Schutz vor Wind und Regen — nicht unbedingt vor Kälte. Ein gesundes Pferd mit dichtem Winterfell verträgt Minusgrade gut; das Problem ist nasses Fell im Wind. Decken sind für geschorene, alte oder kranke Pferde sinnvoll.
Das ganze Jahr gelten drei Konstanten: tägliche Kontrolle von Beinen und Hufen, Zugang zu sauberem Wasser und regelmäßige Bewegung. Alles andere ist saisonale Anpassung.
Von Tomislav Marčenić, Pferdetrainer und Reitlehrer aus Pušća bei Zaprešić.